Unsere 12 Forderungen für nachhaltige Mobilität im Großraum Graz

Die folgenden Forderungen wurden von den Grazer Mobilitätsinitiativen entwickelt und auf Basis der Rückmeldungen von Uni Graz, TU Graz, MedUni Graz, Kunstuni Graz, Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Holding Graz, ÖVP, KPÖ, FPÖ, Grünen, SPÖ und Neos und weiterer Expert*innen nachgeschärft. Sie basieren auf nachprüfbaren Fakten zum Grazer Verkehrsproblem und wissenschaftlichen Erkenntnissen zu den ökologischen und sozialen Auswirkungen der Verkehrsmittel und den Kriterien zur Verkehrsmittelwahl. Ihr Fokus liegt daher auf der Gestaltung der Infrastruktur und den dafür nötigen finanziellen und personellen Rahmenbedingungen. Die Umsetzung der Forderungen soll stets unter adäquater Einbindung der lokalen Bevölkerung passieren.

Wir wollen weniger Feinstaub, weniger Stickoxide, weniger CO2 und weniger Lärm,
dafür mehr Platz für Menschen, mehr Grünflächen und mehr Sicherheit für uns und unsere Kinder.

Wir wollen bis 2030 ein sozial gerechtes und ökologisch nachhaltiges Mobilitätssystem,
in dem die negativen Auswirkungen des Verkehrs auf Gesundheit, Umwelt und Klima auf ein Minimum reduziert werden.

Daher fordern wir eine klare Prioritätensetzung in der Grazer Verkehrspolitik:
1. Fuß- und Radverkehr
2. Öffentlicher Verkehr
3. Motorisierter Individualverkehr

Konkret fordern wir:

1. Sichere Schulwege für Kinder

pro Jahr vor mind. zehn Schulen Verkehrsberuhigung (z.B. kein Durchzugsverkehr, keine Haltemöglichkeiten, Kfz-Verkehrsbefreiung), inkl. Errichtung direkter und sicherer Geh- und Radwege zu diesen Schulen

2. Kurze und direkte Fußwege

pro Jahr mind. 3 Mio. Euro für direkte und sichere Fußwege zu Nahversorgung und Haltestellen sowie den Ankauf von Flächen und Wegerechten

3. Große Fußgänger*innen-Zonen

pro Jahr Ausweitung der Fußgänger*innen-Zonen um mind. 10% rund um die Innenstadt sowie in allen Bezirkszentren, mit hoher Aufenthaltsqualität (Sitzgelegenheiten etc.)

4. Ein Radschnellwege-Netz

pro Jahr Errichtung von mind. 10 km durchgehender, breiter, baulich getrennter Radschnellwege entlang von / parallel zu allen Vorrangstraßen, mit Anbindungen für Radpendler*innen aus dem Umland

5. Genug Radabstellplätze

pro Jahr mind. 1.000 neue, sichere Radabstellplätze an Stellen mit hohem Bedarf (z.B. direkt vor Eingängen)

6. Genug Geld für den Radverkehr

pro Jahr mind. 10 Mio. Euro für den Radverkehr

7. Ein dichtes städtisches ÖV-Netz

Straßenbahn in alle Bezirke, hochwertige Umsteigeknoten, leistbare Ticketpreise, baulich getrennte Trassen, Tagestakt bis mind. 20 Uhr, zu Randzeiten und am Wochenende mind. alle 15 Minuten; jährliche Erhöhung der Beförderungskapazität um 5%

8. Ein dichtes ÖV-Netz ins Umland

S-Bahn und Regio-Bus im 15-Minuten-Takt vom Hbf, im Stadtverkehr als schnelles ÖV-Netz (mehr Bahnhalte, abgestimmte Taktung, eigene Busspuren)

9. Sichere Kreuzungen

Fuß-, Rad- und ÖV baulich und bei Ampelphasen konsequent priorisieren; pro Jahr mind. fünf verkehrsreiche Kreuzungen für den Fuß- und Radverkehr sicher machen

10. Genug Personal für die Planung

bis 2021 im Magistrat drei Mitarbeiter*innen nur für Rad- und zwei nur für Fußverkehrsplanung (Vollzeit), die bei jedem Bauvorhaben von Beginn an einbezogen werden; klare Kompetenzenteilung zwischen Stadt, Land, Verkehrsverbund und Verkehrsbetrieben

11. Begrünte Straßen und Plätze

pro Jahr Pflanzung von mind. 200 zusätzlichen Bäumen entlang von Straßen, Begrünung und Entsiegelung von Plätzen und Haltestellen

12. Verkehrsberuhigte Wohngebiete

pro Jahr Schließung von mind. zehn „Schleichwegen“ für Kfz – stattdessen kindgerechte Wohnstraßen, Begegnungszonen, Grünflächen etc.